Sehnenverletzungen
Achillessehne:
Die Achillessehne ist die vermeintlich stärkste Sehne des menschlichen Körpers. Sie setzt am Fersenbein (Tuber calcanei) an und vereinigt als gemeinsame Endsehne die Sehnen der drei Wadenmuskeln (Musculus triceps surae).
Sie ist Zugkräften von bis zu 800kg gewachsen. Ein Riss der Achillessehne bei plötzlicher Anspannung des M. triceps surae tritt daher meist nur bei Vorschädigung durch Über- und Fehlbelastung ein. Die Sehne erfährt dabei immer wieder kleinere Verletzungen, welche die Blutversorgung des Gewebes stören und so zur Degeneration des Gewebes führen. Diese Veränderungen wirken sich am stärksten in einem Bereich 2–6 cm oberhalb des Ansatzes aus (so genannte „Achillessehnentaille“), wo die Sehne am schlechtesten ernährt ist und meistens auch der Riss erfolgt. Die Sehne reißt dann plötzlich mit einem lauten, einem Peitschenknall ähnlichem Geräusch. Das aktive Absenken des Fußes (Plantarflexion) ist danach nur noch sehr eingeschränkt möglich.
Beim Achillessehnenriss (Achillessehnenruptur) handelt es sich in der Regel um eine plötzlich auftretende Durchtrennung der Achillessehne. Nur selten tritt der Achillessehnenriss mit Vorankündigung, beispielsweise durch Achillessehnenschmerzen oder Reizungen, auf.
Demzufolge sind überdurchschnittlich häufig sportlich aktive Menschen von einem Achillessehnenriss betroffen. Es zeigt sich eine Häufung bei sportlich aktiven Männern im Alter von 30 bis 50 Jahren.
Klinisch findet sich meist eine tastbare Lücke, am häufigsten wenige Zentimeter oberhalb des Ansatzes am Fersenbein (Tuber calcanei). Gelegentlich ist der Bereich blutunterlaufen und geschwollen. Gehen auf den Zehenspitzen ist nicht mehr möglich.
Bei der kompletten Ruptur ist der Thompson-Test positiv: Der Patient liegt auf dem Bauch, die Füße hängen über. Werden nun die Wadenmuskeln beider Seiten zusammen gedrückt, kommt es normalerweise zur Plantarflexion des Fußes, nicht aber bei einer Achillessehnenruptur.
In der Ultraschalluntersuchung (Sonografie) kann die Distanz zwischen den beiden Sehnenenden bestimmt werden, und ob eine komplette oder teilweise (partielle) Ruptur vorliegt.
Bei einer minimalinvasiven Operation werden über jeweils drei 5mm lange Hautschnitte auf der Innen- und Außenseite der Achillessehne selbstauflösende (resorbierbare) Fäden eingebracht und damit die Enden der gerissenen Achillessehne zusammengefügt. Anschliessend erfolgt eine Ruhigstellung für 6 Wochen in einem speziellen Stiefel (VACOped). Danach beginnt ein graduell abgestuftes Rehabilitationsprogramm. In dieser Zeit wird der Fuß in 15° Spitzfußstellung gehalten, welche nach 4 Wochen wieder zugunsten der Neutralposition aufgegeben werden kann. Besonders in der 8. bis 10. Woche ist die Gefahr eines erneuten Risses hoch. Lockeres Lauftraining auf ebenem Untergrund kann üblicherweise nach ca. 4 bis 6 Monaten begonnen werden. Die geheilte Achillessehne erreicht – wie alle anderen gerissenen Sehnen auch – nie wieder ihre volle Belastungsfähigkeit. Diese liegt bei optimalem Verlauf bei ca. 80 bis 90 % der gesunden Sehne. Dennoch kann im optimalen Fall wieder uneingeschränkt Sport – bis hin zum Leistungssport – betrieben werden.
Bizepssehne:
Bei übermäßiger Anspannung oder Überlastung der Bizepssehne im Ellenbogen kann diese akut reißen (distale Bizepssehnenruptur). Da der Bizepsmuskel für die Beugung und die Unterarmdrehbewegungen verantwortlich ist, sollte die operative Refixierung empfohlen werden.
Durch einen Z-förmigen Schnitt in der Ellenbogenbeuge wird zunächst die gerissene Sehne aufgesucht und dargestellt. Dann wird der Ansatzbereich an der Speiche freigelegt und nach Einbringen von Fadenankern wird die Sehne wieder an ihrem Ansatzpunkt am Knochen befestigt.
2-wöchige Ruhigstellung in einer Oberarm-Schiene und begleitende Physiotherapie für insgesamt 8-12 Wochen bringen in der Regel eine sehr zufriedenstellende Funktion zurück.
Gemeinschaftspraxis
Dr. med. Ewald Renz
Dr. med. Richard Volz
Privat-Praxisklinik
Mühlbachstr. 104
88662 Überlingen
Tel: 07551 / 94 89 80